Der Bierdeckel-Finanzplan - Finvisory

In meiner täglichen Praxis als Finanzplaner fällt mir auf, dass viele Menschen, die mich um Rat fragen, kein klares Bild von ihren Finanzen haben. Sie können oft grundlegende Fragen zu ihren Finanzen nicht beantworten – etwa zu ihren monatlichen Ausgaben, ihrem Vermögen oder ihren tatsächlichen Verbindlichkeiten. Statt eines Gesamtbildes existieren nur einzelne Puzzlestücke. Doch echte finanzielle Klarheit entsteht erst, wenn alles zusammengeführt wird – einfach, verständlich und strukturiert.

Das große Ganze: Vier Felder für Ihre finanzielle Klarheit

Der Kern jeder Finanzplanung ist überraschend simpel. Er passt – im übertragenen Sinne – auf einen Bierdeckel: Verdienen, Ausgeben, Besitzen, Schulden. Mehr braucht es nicht, um eine vollständige Finanzsituation abzubilden. Für Unternehmer und Führungskräfte ist dieses Denken selbstverständlich im Business – privat fehlt es jedoch häufig. Wer nur auf Einkommen oder einzelne Investments schaut, erkennt keine Zusammenhänge. Erst die gleichzeitige Betrachtung aller vier Bereiche schafft finanzielle Klarheit. Sie zeigt auf einen Blick, wo Ungleichgewichte, Risiken oder ungenutzte Potenziale liegen.

Die vier Elemente schnell erklärt

„Verdienen“ umfasst alle Einnahmequellen: Nettogehalt, Unternehmensgewinne, Dividenden oder Mieteinnahmen. Es finanziert Ihren aktuellen Lebensstandard.

„Ausgeben“ steht für alles, was an Geld herausgeht – die Hypothek für Ihr Haus, Lebensmittel, Heizung, Amazon, Urlaub, Ausgehen, alles mögliche.

„Besitzen“ fasst zusammen, was Sie sich aufgebaut haben: Ihr Haus, Ihre Rente, Ihre Ersparnisse, Ihre Anlagen – alles, was einen Wert hat und Ihnen gehört.

„Schulden“ steht für das, was Sie sich geliehen haben, durch Hypotheken, Kreditkarten, Autofinanzierung, Studentenkredite, usw.

Diese vier Element und die damit verbundenen Prinzipien sind äußerst einfach, können jedoch, wenn man sie bildlich darstellt, einen überraschend einschneidenden Effekt haben. Plötzlich sehen meine Gesprächspartner Ihre Finanzen ganzheitlich und können Ungleichgewichte erkennen.

Genau an dieser Stelle lasse ich meine Gesprächspartner an einer wichtigen Erkenntnis teilhaben, die dem Gespräch eine völlig neue Richtung gibt.

Wenn Sie in Rente gehen, muss das, was Sie besitzen, ausreichen für das, was Sie ausgeben.

Der Aha-Effekt und die große Veränderung

Das ist der Moment, der sich besonders einprägt, denn die meisten Menschen verlassen sich die meiste Zeit ihres Lebens darauf, dass ihre Einnahmen ihre Ausgaben schon irgendwie decken. Sie denken nicht viel über die beiden unteren Kästchen – Besitzen und Schulden – nach, weil sie das nicht müssen. Solange Geld reinkommt, ist alles machbar. Doch wenn die Arbeit aufhört – oder zumindest weniger wird – schrumpfen die Einnahmen, die Ausgaben dagegen meist nicht. Wenn überhaupt, werden sie womöglich eher größer: Reisen, Hobbys, Unterstützung für die Familie, Gesundheit, Inflation.

Sie stellen sich plötzlich die Frage, wovon das alles bezahlt werden kann? Das ist die große Veränderung: Die Verschiebung der Abhängigkeit von den Einnahmen zum Besitz. Ihr Vermögen – Renten, Ersparnisse, Anlagen – müssen jetzt das von Ihnen benötigte Einkommen erwirtschaften. Können sie das nicht, haben Sie ein Problem.

Die 375er-Regel: Eine einfache Antwort auf die große Frage

Fast jeder Mandant stellt irgendwann dieselbe Frage: „Wie viel Geld ist genug?“

Eine einprägsame Faustregel lautet: Für 1.000 € monatliches Einkommen im Ruhestand benötigen Sie etwa 375.000 € Kapital. Wenn Sie also im Ruhestand ein Einkommen von 3.000 Euro pro Monat anstreben
(zusätzlich zur staatlichen Rente), benötigen Sie etwa 1,125 Millionen Euro.

Die 375er-Regel basiert auf dem Konzept der „sicheren Entnahmerate“, bei der ein Pensionär dauerhaft 4% seines Kapitals pro Jahr entnehmen kann, ohne dass es zu schnell aufgebraucht wird. Um 12.000 € pro Jahr (1.000 € pro Monat) zu erwirtschaften, teilt man 12.000 € durch 0,04 und erhält 300.000 €. Fügt man eine Sicherheitsmarge für Steuern, Gebühren und einen Puffer gegen Marktschwankungen und Inflation hinzu, kommt man zu einer praktischen Faustformel: 375.000 € für 1.000 € pro Monat.

Das ist kein vollständiger Finanzplan, aber ein Augenöffner.

Denn plötzlich wird den Menschen klar: Ihr Ausgabenziel für den Ruhestand muss konkret sein. Möglicherweise benötigen sie für diesen Lebensstil mehr Kapital, als ihnen bewusst war. Sie haben jetzt einen Grund, dem „Besitzen“-Kästchen mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Und sie stellen sich plötzlich bessere Fragen:
„Wie weit bin ich von meinem Ziel entfernt?“
„Wie viel Zeit bleibt mir, um die Lücke zu schließen?“
„Was kann ich jetzt tun, um meinen Besitz zu mehren?“

Viele Menschen stellen fest, dass ihre Sparquote deutlich niedriger ist als gedacht. Allein diese Erkenntnis führt häufig zu konkreten Veränderungen im Verhalten. Ein weiterer Aha-Moment entsteht beim Thema Vermögensstruktur. Nicht selten liegt der Großteil des Vermögens unkoordiniert auf verschiedenen Konten oder in wenig rentablen Anlagen. Erst die Übersicht zeigt den Handlungsbedarf. Besonders emotional ist die Erkenntnis, wie stark finanzielle Entscheidungen mit persönlichen Zielen verbunden sind. Der Bierdeckel wird so zum Spiegel der eigenen Prioritäten – und damit zum Ausgangspunkt für echte finanzielle Klarheit.

Warum das wichtig ist

Die Menschen kommen mit sehr fragmentierten Vorstellungen zu Finanzplanungsgesprächen – mit Fragen zu Renten, Investitionen, Steuern, Versicherungen.

Aber wenn man mit einem Bierdeckel und einem Stift anfängt und ihnen dieses Modell vorgibt – verdienen, ausgeben, besitzen, schulden –, dann ergibt langsam alles einen Sinn. Und wenn man die 375er-Regel dazu nimmt, haben sie plötzlich die Möglichkeit, die Gegenwart mit der Zukunft zu verbinden. Ihr Geld hat auf einmal einen Kontext.

Besonders wertvoll wird das Konzept, wenn es in einer Symbiose mit einem unabhängigen und wertebasierten Beratungsansatz praktiziert werden kann.

Bei Finvisory steht der Mensch im Mittelpunkt – nicht das Produkt

Unsere Beratung folgt einem klaren Wertegerüst: Transparenz, wissenschaftlich fundierte Strategien und echte Unabhängigkeit durch Honorarmodell.

Der Bierdeckel-Finanzplan ist deshalb mehr als eine Methode. Er ist Ausdruck unserer Überzeugung:

➡ Klarheit schafft Sicherheit
➡ Struktur schafft bessere Entscheidungen
➡ Werte geben die Richtung vor

Denn wer seine eigenen Zahlen kennt, kann auch Entscheidungen treffen, die zu den eigenen Lebenszielen passen.

Das ist es, was Menschen wirklich nach vorne bringt; nicht nur die Produktauswahl oder Performance-Berichte.

FAZIT

Klarheit. Struktur. Werte. Alles beginnt mit vier Kästchen, einer großen Erkenntnis und einer Regel, die in die Hosentasche passt:

Wenn Sie in Rente gehen, muss das, was Sie besitzen, ausreichen für das, was Sie ausgeben.

Die 375er-Regel verrät Ihnen, wie viel das sein könnte.

Einfach. Klar. Transformativ.

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Ihr René Harders

Geschäftsführung Finvisory e.K.

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